You&I im federleichten Gespräch

Das Exil. Ein kleiner, roher Club in Zürich. Autos donnern über die Hardbrücke, Bürokomplexe ragen rundherum in die Höhe. Hier tauften You&I ihr Debütalbum «Feathers». Wir trafen die Band für ein Interview.

von Janosch Tröhler, Fotos: Tatjana Rüegsegger

Die Treppe führt in den Untergrund. Ein paar Türen weiter und wir stehen im spärlich, aber warm ausgeleuchteten Backstage. Ein Kühlschrank, ein Spiegel, Sofas. An den Wänden kleben Plakate, in den Regalen fristen alte VHS-Kassetten ihr Ableben in der modernen Welt. Hipster’s Paradise.

StageDive: Seit der Veröffentlichung eurer EP We See Through The Night ist eine ganze Weile vergangen. Wieso hat es bis zum Debütalbum so lange gedauert?

Flo: «Nachdem wir die EP fertiggestellt haben, waren wir viel unterwegs und haben Konzerte gespielt. Gleichzeitig schrieben wir auch neue Songs. Ausserdem haben wir Feathers in Eigenregie aufgenommen, in unserem eigenen, kleinen Studio unter der Erde. Es war uns wichtig, Zeit zu haben, um an den Songs und Aufnahmen zu feilen. Es war ein langer Prozess. Was lange währt, wird gut... Hoffentlich.»

Bevor You&I das Album überhaupt in die Regale kam, startete die Band eine erfolgreiche Crowdfunding-Aktion auf der Schweizer Plattform wemakeit.ch. Das bescherte der Truppe zwar finanzielle Möglichkeiten, zögerte den Release des Debüts aber weiter heraus.

Euer Debüt hört auf den Namen Feathers. So federleicht ist eure Musik dann doch nicht, oder?

Tobi: «Ja, wenn du das sagst. Ich weiss ehrlich gesagt gar nicht mehr, wie der Name zustande gekommen ist.»

Flo: «Es passt schon zu unserer Musik. Federn gibt es in allen möglichen Formen und Farben, Facetten und Ausprägungen. Diese Vielfalt findet sich auch in unserem Sound wieder. Wir sind mal folkig, dann wieder eher Western oder Singer/Songwriter. Federn tragen auch und so soll unsere Musik den Hörer mittragen.»

Sonja: «Die CD-Produktion war sehr anstrengend. Wir wollten diesem Prozess auch etwas entgegensetzen, etwas Federleichtes.»

Ihr habt die verschiedenen musikalischen Einflüsse genannt. Was fasziniert euch gerade an diesen Folk- oder Country-Klängen?

Flo: «Es ist eine Musik, die enorm viele Bilder entstehen lässt. Gerade beim Western-Sound kann man sich sehr viel vorstellen und sich darin treiben lassen.»

Rodi: «It’s the music that we like. We mix it together in our own special way.»

Zu den melancholischen Melodien gesellen sich bittersüsse Texte. Diese Geschichten stammen aus Momenten, wie Sonja erklärt. Momente im Leben, die einen Eindruck hinterliessen, oder die anders verarbeitet werden mussten als einfach im Gespräch.

Ein Song sticht raus: Shoot You Down. Er ist eher schnell, vielleicht sogar aufmüpfig. Ist der Song mit einer Prise Humor zu nehmen?

Sonja: «Ähm... Also eigentlich wollten wir einen traurigen Song schreiben. Und das ist dabei, rausgekommen.» (lacht)

«Eigentlich ist der Song durch Nina Kinert inspiriert, die den Song I Shot My Man geschrieben hat. Ich wollte eigentlich etwas Trauriges daraus machen...»

Die Albumtaufe bezeichnet den Auftakt zu einer ganzen Reihe weiterer Konzerte im Fahrwasser des ersten Albums. Stillstand kommt nicht in Frage. Deshalb arbeiten Sonja, Flo, Rodi und Tobi bereits an neuem Material. Und Rodi meint:

«We want to have a bit of fun too. It was a lot of hard work, so we just enjoy this moment. Hopefully the people, who buy the CD and take it home, enjoy it too.»

Feathers gibt es überall zu kaufen. Im Musikladen um die Ecke oder via Internet, sei es als physische Bestellung oder als digitaler Download. Weil die Welt wieder einmal gute Musik braucht, sollte man das Album auch kaufen. So sieht zumindest Flo die Angelegenheit.

Verlosung

StageDive bietet das Album zwar nicht zum Verkauf an, dafür zur Verlosung! Gewinne ein signiertes Exemplar von Feathers. So nimmst du am Wettbewerb teil:

Schreibe bis am 25. September 2013 eine E-Mail mit Betreff «You&I» an wettbewerb@negativewhite.ch. Vergiss nicht, dein Name und die Adresse anzugeben, ansonsten können wir dir die CD nicht zuschicken.

Viel Glück!

Links

youandi.ch
CD-Rezension auf negativewhite.ch

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